Zuschlag für den Neubau der Förderschule in Boizenburg

Leifels Architekten BDA erhält den Auftrag für die Planung der neuen Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in Boizenburg/Elbe.

Wir freuen uns sehr über das Ergebnis des europaweiten VgV-Verfahrens und das damit verbundene Vertrauen in unsere Arbeit.

Die neue Schule ist mehr als ein Gebäude für Unterricht. Sie soll ein Lern-, Lebens- und Förderort für Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Bedürfnissen und Unterstützungsbedarfen werden. Die Architektur muss Orientierung geben, Sicherheit vermitteln, selbstständige Bewegung ermöglichen und zugleich Raum für Gemeinschaft, Differenzierung und Rückzug schaffen.

Ein Haus mit einer klaren Ordnung

Im Mittelpunkt unseres Ansatzes steht eine überschaubare und selbstverständlich erfassbare Gebäudestruktur. Kurze Wege, eindeutige Raumfolgen und direkte Sichtbeziehungen sollen den Schülerinnen und Schülern helfen, sich möglichst selbstständig im Gebäude zu bewegen.

Die Lernbereiche werden nicht als aneinandergereihte Klassenräume verstanden. Sie bilden vertraute Lernreviere mit eigenem Charakter. Gruppenraum, Nebenraum, Küche, Garderobe sowie nahe gelegene Pflege- und Sanitärräume werden zu zusammenhängenden Einheiten verbunden. So entstehen kleine Gemeinschaften innerhalb der Schule, die Sicherheit und Wiedererkennbarkeit bieten und zugleich unterschiedliche Formen des Lernens ermöglichen.

Material, Licht, Farbe und Raumproportionen sollen die Orientierung unterstützen, ohne das Gebäude mit zusätzlichen Informationen zu überfrachten. Barrierefreiheit wird dabei nicht als ergänzende Anforderung betrachtet, sondern als selbstverständliche Grundlage der gesamten Planung.

Visualisierungen © Leifels Architekten BDA

Geschützte Außenräume und direkte Beziehungen

Eine besondere Bedeutung haben die Übergänge zwischen innen und außen. Die Lern- und Gemeinschaftsbereiche sollen möglichst unmittelbar mit geschützten Freiräumen verbunden werden. Außenräume sind dabei keine verbleibenden Restflächen, sondern ein wesentlicher Bestandteil des pädagogischen Konzeptes.

Sie bieten Raum für Bewegung und Spiel, für Ruhe und Naturerfahrung, für Gartenarbeit und gemeinsames Lernen. Gleichzeitig müssen sie gut einsehbar, sicher und barrierefrei erreichbar sein.

Bereits im Rahmen des Vergabeverfahrens haben wir hierzu eine Ideenskizze entwickelt. Sie zeigt einen klar gegliederten Baukörper, der einen geschützten Innenhof umfasst. Dieser Hof bildet einen gemeinsamen räumlichen Mittelpunkt und verbindet die unterschiedlichen Bereiche der Schule miteinander. Die Ideenskizze versteht sich als planerischer Vorlauf. Sie bildet die Grundlage für die nun gemeinsam mit Bauherrschaft, Schule, Fachplanungen und weiteren Beteiligten zu entwickelnden Varianten.

Aus dem Schulalltag heraus gedacht

Die besonderen Anforderungen einer Förderschule betreffen viele Ebenen gleichzeitig: Orientierung und Reizreduktion, Akustik und Beleuchtung, Bewegungsflächen und Pflegewege, robuste Materialien und gut nutzbare Möblierungen.

Um unseren Entwurfsansatz frühzeitig aus der Perspektive des tatsächlichen Schulalltags zu überprüfen, haben wir bereits während des VgV-Verfahrens fachlichen Rat aus der sonderpädagogischen Praxis einbezogen. Die daraus gewonnenen Hinweise flossen insbesondere in die Überlegungen zu Rückzugsmöglichkeiten, Sichtbeziehungen, Außenraumzugängen und alltagstauglichen Raumstrukturen ein.

Visualisierungen © Leifels Architekten BDA

Vertraut mit dem Schulstandort Boizenburg

Mit dem Schulstandort in Boizenburg sind wir bereits seit mehreren Jahren verbunden. In unmittelbarer Nachbarschaft haben wir die Erweiterung der Regionalen Schule geplant und umgesetzt. Zudem erarbeiteten wir für den Landkreis Ludwigslust-Parchim eine Machbarkeitsstudie für eine neue Sporthalle am Elbe-Gymnasium.
Wir kennen daher die schulische Umgebung, die Erschließung des Standortes und die örtlichen Rahmenbedingungen aus eigener planerischer Arbeit.

Mit dem Neubau der Förderschule dürfen wir diesen Bildungsstandort nun weiterentwickeln.
Wir bedanken uns beim Landkreis Ludwigslust-Parchim für das entgegengebrachte Vertrauen und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit der Schule, der Bauherrschaft und allen beteiligten Fachplanerinnen und Fachplanern.
Unser gemeinsames Ziel ist ein langlebiges, wirtschaftliches und wertschätzendes Haus – eine Schule, die ihren Nutzerinnen und Nutzern Orientierung gibt und ihnen zugleich Räume für eine möglichst selbstständige Entwicklung eröffnet.

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