7. BIM-Anwendertag M-V

BIM als gemeinsamer Weg – Austausch zwischen Planung, Bauherrschaft und Verwaltung

Am 29. September 2026 fand an der Universität Rostock der 7. BIM-Anwendertag Mecklenburg-Vorpommern statt. Im Mittelpunkt stand in diesem Jahr die Frage, wie Building Information Modeling entlang der unterschiedlichen Verwaltungsebenen in die Praxis kommt und was es braucht, damit aus digitalen Modellen tatsächlich bessere Planungs-, Bau- und Betriebsprozesse entstehen.

Für uns war die Veranstaltung diesmal etwas Besonderes: Matthias Leifels war mit dem Beitrag „BIM in der Planung“ selbst als Referent eingeladen und konnte die Perspektive eines planenden Architekturbüros in den fachlichen Austausch einbringen. Als zweiter Sprecher des BIM-Clusters Mecklenburg-Vorpommern beschäftigt er sich darüber hinaus ehrenamtlich gemeinsam mit den beteiligten Kammern, Verbänden, Hochschulen, Verwaltungen und Unternehmen mit der weiteren Entwicklung der BIM-Methode im Land.

© Fotos Ingenieurkammer MV / Kuhlmann

BIM aus Sicht von Bauherrschaft und Planung

Besonders interessant war für uns der Beitrag von Susanne Dahmen von der Staatlichen Bau- und Liegenschaftsverwaltung Mecklenburg-Vorpommern (SBL M-V). Sie stellte die BIM-Strategie der SBL und verschiedene BIM-Pilotprojekte vor. Eines der vorgestellten Projekte war der geplante Neubau für die Luftrettung in Greifswald.

Spannend waren dabei vor allem die konkreten Einblicke in die Arbeitsweise und die dahinterliegenden Prozesse: Wie wird die BIM-Autorenschaft organisiert? Wie werden Fachmodelle zusammengeführt? Wie werden Modelle geprüft, Kollisionen erkannt und Informationen zwischen den Projektbeteiligten ausgetauscht?

Vieles davon deckt sich mit den Erfahrungen und Methoden aus unserer eigenen Planungspraxis.
Auch wir arbeiten in der BIM-Autorenschaft mit Archicad und setzen auf einen strukturierten modellbasierten Datenaustausch. Zur Qualitätssicherung gehören definierte interne Modellprüfungen und das Vier-Augen-Prinzip.

© Fotos Ingenieurkammer MV / Kuhlmann

Gemeinsame Standards statt digitaler Insellösungen

Gerade die vielen Übereinstimmungen zwischen der Perspektive eines öffentlichen Bauherrn und unserer täglichen Planungspraxis waren eine interessante Erkenntnis des Tages.

BIM funktioniert dann gut, wenn Bauherrschaft, Architektinnen und Architekten, Fachplanende und später auch die ausführenden Unternehmen ein gemeinsames Verständnis von Modellen, Informationen, Verantwortlichkeiten und Prüfprozessen entwickeln.

Dazu gehören für uns klare BIM-Rollen, nachvollziehbare Modellstrukturen, offene Schnittstellen, definierte Übergabe- und Prüfprozesse sowie eine konsequente Qualitätssicherung.

Eine Common Data Environment – kurz CDE – kann dabei zur gemeinsamen Arbeitsplattform werden. Voraussetzung ist allerdings, dass sie nicht nur als digitale Dateiablage verstanden wird, sondern tatsächlich Bestandteil der Projektorganisation und Kommunikation wird.

Wie eine solche Struktur auf Auftraggeberseite umgesetzt werden kann, zeigte auch der spätere Einblick des SBL in die Arbeit mit Dalux. Gerade diese praktische Perspektive auf den gemeinsamen digitalen Projektraum war für uns interessant.

Referenten 7. BIM Anwendertag © Foto Ingenieurkammer MV / Kuhlmann

Vom digitalen Planen zum digitalen Genehmigen

Ein Programmpunkt, auf den wir besonders gespannt waren, konnte leider nicht stattfinden: der angekündigte Beitrag von Christoph Vollmer vom Ministerium für Inneres, Bau und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern zur Digitalisierung und insbesondere zum digitalen Bauantrag.

Gerade dieses Thema beschäftigt uns als Architektinnen und Architekten unmittelbar.

Wir entwickeln Gebäude dreidimensional und modellbasiert, koordinieren Fachplanungen digital und etablieren zunehmend durchgängige BIM-Prozesse. Der nächste konsequente Schritt ist daher die Frage, wie diese digitalen Planungsprozesse künftig möglichst ohne Medienbrüche mit den Prüf- und Genehmigungsprozessen der öffentlichen Verwaltung verbunden werden können.

Wie wird aus digitaler Planung auch ein wirklich digitaler Genehmigungsprozess?

Mecklenburg-Vorpommern beschäftigt sich bereits intensiv mit diesem Thema; auch die Ingenieurkammer nennt die Begleitung des digitalen Bauantrags ausdrücklich als Aufgabe ihres Ausschusses Digitalisierung/BIM.

Diese Diskussion hätten wir gerne weitergeführt und hoffen, dass sie bei einem der kommenden BIM-Anwendertage wieder aufgegriffen wird.

© Fotos Ingenieurkammer MV / Kuhlmann

BIM ist vor allem Zusammenarbeit

Unser eigener Beitrag „BIM in der Planung“ und die vielen Gespräche des Tages haben uns noch einmal in unserer Haltung bestätigt:
BIM ist für uns kein Selbstzweck und keine Frage einer einzelnen Software.

Die Qualität entsteht durch klare Verantwortlichkeiten, strukturierte Informationen, offene Schnittstellen, definierte Prüfprozesse und vor allem durch eine verlässliche Kommunikation zwischen allen Projektbeteiligten.

Gerade deshalb sind Veranstaltungen wie der BIM-Anwendertag wichtig. Hier treffen öffentliche Bauherrschaft, Verwaltung, Wissenschaft, Planende und Unternehmen aufeinander und können Erfahrungen nicht nur präsentieren, sondern miteinander diskutieren.

Für uns war es ein sehr guter Tag mit vielen interessanten Gesprächen, fachlichem Austausch und wertvollen Einblicken in die BIM-Praxis anderer Beteiligter.

Vielen Dank an die Ingenieurkammer Mecklenburg-Vorpommern, das BIM-Cluster M-V, die Universität Rostock, alle Referierenden und Teilnehmenden für die gelungene Veranstaltung und den offenen Austausch.

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